Seifenblasenwörter – Warum Kinder nicht alles hören

Wisst ihr, was Seifenblasenwörter sind? Seifenblasenwörter sind Wörter, die zwar ausgesprochen werden, die aber wie Seifenblasen platzen, bevor der Angesprochene sie hören kann.

Warum Eltern darauf bestehen, Seifenblasenwörter auszusprechen, ist noch ungeklärt.

Unsere Top-13 Seifenblasenwörter.

Es hätte eine Top-10 Liste sein sollen, aber 10 erwies sich als nicht ausreichend. Die Liste wurde mit der freundlichen und begeisterten Unterstützung der Mini-Philosophen verfasst.

  1. Beeil‘ dich!
  2. Schlaf‘ jetzt!
  3. Wach‘ auf!
  4. Nicht so laut!
  5. Popo auf den Stuhl!
  6. Ich sag’s jetzt zum letzten Mal!
  7. Sei vorsichtig!
  8. Zieh‘ dich an!
  9. Sprecht nicht alle gleichzeitig!
  10. Räum‘ dein Zimmer auf!
  11. Hör‘ auf!
  12. Hör‘ zu!
  13. Das ist nicht lustig!

Hören Kinder denn schlecht?

Im Ernst: hören Kinder schlecht? Warum reagieren Kinder nicht darauf was man ihnen sagt? Es gibt eine überraschende Antwort. Bei einem Besuch beim Pädaudiologen habe ich erfahren, dass meine Tochter eigentlich zu gut hört. Zu gut? Ja! Sie hat eine Lärmüberempfindlichkeit. Warum reagiert sie trotzdem nicht, wenn ich sie anspreche? Ganz einfach. Als Schutzmechanismus blockiert das Gehirn des überempfindlichen Kindes ALLE Geräusche. Als hätte es einen unsichtbaren Schutzschild gegen Lärm um sich herum. Schlau, oder? Selbst Mamas Stimme kommt nicht durch. Dagegen kann man nur eines tun: vor dem Kind stehen, es anfassen und in seine Augen schauen, bevor man es anspricht. Dann wird es wissen, dass man etwas von ihm will.

Seifenblasenwörter und Mamas Nerven

Aber die meisten Kinder hören gut, „normal“ gut. Die Seifenblasenwörter platzen deshalb vor ihren Ohren, weil Seifenblasenwörter letztendlich nicht so interessant sind wie echte Seifenblasen. Kann man sich die Stimmverschwendung sparen? Ich glaube nicht. Es liegt in Mamas Blut, den ganzen Tag Seifenblasenwörter auszustoßen. Dadurch fühlt sie sich besser, auch wenn ihre Stimme am Ende des Tages versagt. „Ich habe es zumindest versucht“, kann sie sich trösten.

Außerdem fällt mir manchmal einfach nichts besseres ein.  Eines Morgens trat ich in mein Arbeitszimmer und entdeckte, dass das Parkett komplett mit Aufklebern bedeckt war. Verzweifelt sprach ich mein Kind an: „Ludwig, was hast du da wieder angestellt?“ Das Kind war im Kindergarten, aber es tat gut, dies laut zu sagen.

Aber zum Schluss eine gute Nachricht : Wörter, die man gerne sagt und hört, platzen nie. „Ich habe dich lieb“ und „Wer will den Gartenschlauch halten“ kommen immer gut an.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.