Vorbildlich sein – leichter gesagt als getan

Mein Mann und ich waren uns von Anfang an über eine ziemlich entspannte Art der Erziehung einig: wenn wir uns vorbildlich benehmen, werden unsere Kinder auch vorbildlich. Kinder werden eh wie ihre Eltern. Man denke nur an Kirk/Michael Douglas, George/George W. Bush, etc. Ich nenne sie übrigens nur als Beispiele und keinerlei als Vorbild.

Einiges schaffe ich mit links: nicht schreien -viel zu anstrengend-, nie hauen, respektvoll miteinander umgehen, höflich bleiben. Ich muss aber feststellen, dass ich in mancher Hinsicht nicht besser bin, als was ich von den Kindern verlange. Denn vorbildlich sein ist im Alltag eine Herausforderung. Mehr als einen der Vorwürfe, die ich meinen Kindern mache, konnten sie mir wie ein Boomerang zurückschicken. Zum Beispiel:

Esst nicht so viele Süßigkeiten!

Das ist ein Familienzug: wir lieben Süßes. Bei den Kindern wird der Süssigkeitskonsum von mir reguliert, mein Konsum allerdings wird von niemandem kontrolliert. Ich habe ein Geheimversteck für meine Rittersporttafel, und wenn ich erwischt werde, lüge ich, dass auf der Packung „enthält Alkohol“ steht. Um nicht teilen zu müssen.

Gehe nicht so spät ins Bett!

Ich schimpfe, wenn sie nach neun Uhr noch ein Kapitel zu Ende lesen wollen. Dann vertiefe ich mich in mein Buch bis Mitternacht, sogar später wenn ich denke, dass ich dass Buch noch fertig lesen kann. Am nächsten morgen wache ich miserabel auf, doch sollte ich froh sein, dass niemand mir sagt: „Habe ich dir doch gesagt!“.

Räume endlich dein Zimmer auf!

Wer einen Blick auf meinen Schreibtisch wirft weißt sofort, was für ein Typ ich bin. Chaot. Zum aufräumen gibt es in unserem Leben keine Zeit, egal ob jung oder alt. Übrigens ist es wohl bekannt, dass man beim Aufräumen viel verliert.

Du bist zu spät!!!!

Da muss man sich vorstellen, wie ich morgens alle Kinder für die Schule und den Kindergarten vorbereite. Es ist eine tägliche Litanei von „Beeil‘ dich“ und „Trödel nicht“. Aber erst wenn wir alle endlich startklar sind, erinnere ich mich daran, dass ich das Pausenbrot gar nicht geschmiert habe.

Tue deine Socken ZU-SA-MMEN in den Wäschekorb!

Schon seit mehreren Jahren versuche ich, das Rätsel der verschwindenden Socken zu klären. Darum ist die Regel bei uns: Socken zuerst zusammen machen, und dann in den Wäschekorb werfen. Leider ist trotzt dieser Maßnahme die Zahl der Einzelsocken stets gestiegen. Und in dieser Menge finde ich immer… Einzelsocken die mir gehören.

Jetzt aber weg vom Bildschirm

nach einem langen Winter scheint endlich die Sonne, und die Kinder schauen KiKa.
Und die Eltern sitzen am Computer auf Twitter/Facebook/Zalando/Immobilienscout24.

Ein Gedanke zu “Vorbildlich sein – leichter gesagt als getan

  1. Habe versucht mir das Socken sortieren zu erleichtern , indem ich die einzelnen Socken so lange auf der Wäschereien hängen ließ bis der Partnerschaft daneben hing . Musste leider auf Grund zu wenig Platz auf der Wäschereien wieder von dem System abweichen.
    Aber Sockenmemory ließ sich gut mit den Kindern spielen. 😂

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